Wir haben unsere ADAC SkiGuide Online-Redakteurin mit Helm, Knie- und Ellenbogenschonern ausgerüstet und sie für Euch auf den ersten und einzigen Eisweg der Welt im Albulatal in Graubünden geschickt. Zurück kam sie mit einem interessanten Artikel, tollen Bildern und sogar ganz ohne blaue Flecken.
Schlittschuhlaufen durch eine märchenhafte Winterlandschaft
In nagelneuen, wunderbar bequemen und scharf geschliffenen Schlittschuhen wagte ich auf dem Übungseisfeld der Skateline in Surava nach sehr langer Zeit wieder meine ersten Schritte auf dem Eis. Meine Güte, ich fühlte mich, als ob ich einen schlechten Eiertanz aufführen würde. Kurz darauf war meine Schonfrist auf dem Übungseis am Auslauf der Skateline abgelaufen und so wurde ich in voller Schutzausrüstung mit dem Shuttlebus, einem ausrangierten Schweizer Postauto, an den Ausgangspunkt Alvaneu Bad transportiert. Da stand ich also mit weichen Knien, aber in wirklich bequemen Schlittschuhen auf dem Eis in Alvaneu Bad. Vor mir eine drei Kilometer lange Abfahrt auf dem Eisweg durch eine abwechslungsreiche Waldlandschaft und entlang des Albulaflusses. Immer wieder redete ich mir ein, dass mir in meiner Schutzausrüstung ja nichts passieren konnte. Und sollte ich doch einmal die Kontrolle über die beiden Kufen an meinen Füßen verlieren, dann würde mich jederzeit eine scharfer Schwenker nach rechts oder links hinein in die weichen Schneemauern, die die Eisbahn begrenzen, bremsen.
Anfangs verläuft die Strecke durch den lichten Tannenwald in Alvaneu mal flach, mal neigend, mal geradeaus und dann wieder kurvig – perfekt, um sich einzugewöhnen und langsam die Augen vom Eis unter sich zu lösen und auf die traumhafte Winterlandschaft zu blicken. Schafft man es, an den richtigen Stellen zu bremsen, dann laden verschiedene Rastplätze auf dem Weg zum Verweilen und die Ruhe genießen ein. Auf dem letzten Streckenabschnitt sorgen nochmals eine scharfe S-Kurve und ein etwas steileres Gefälle für Adrenalin, bevor ich nach drei Kilometern und hinter einer Brücke das Ziel Surava erreiche. Bei einer heißen Ovomaltine lausche im gemütlichen Café des Skateline-Vereins Albula den spannenden Geschichten, die Giorgio Bossi erzählt. Stolz schwärmt er von seinen über hundert Paar Schlittschuhen, die immer in perfekt gepflegtem Zustand sind, oder den Eishockey-Helmen, die garantiert auf jeden Kopf passen. Dabei werde ich eine seiner Anekdoten garantiert nicht mehr vergessen: der Besuch einer Handvoll lustiger Italiener, die geschlagene drei Stunden für die drei Kilometer lange Skateline benötigten und später im Ziel kaum noch stehen konnten aufgrund ihres bis auf den letzten Tropfen aufgebrauchten Reiseproviants: Ramazotti natürlich!
Du bist neugierig auf die Skateline geworden? Hier bekommst Du weitere Informationen zu der einzigartigen Natureisbahn im Albulatal.
