Skifahren mit dem Sibirien-Tief Cooper in St. Anton

06. Februar 2012 - Hanna Finkel

Unsere ADAC SkiGuide Online-Mitarbeiterin Hanna hat sich in diesen Tagen mit dem derzeitigen Sibirien-Tief Cooper einen – im wahrsten Sinne des Wortes eisigen – Kampf auf den Skipisten von St. Anton geliefert. Für Euch berichtet sie, wie sie es geschafft hat, beim nicht allzu “cool” zu werden und trotzdem bei minus 25 Grad im Schnee Spaß zu haben.

Der Schein trügt - in der Bergwelt von St. Anton am Arlberg herrschten beim Skifahren minus 25 Grad. (photo by: H. Finkel) Am vergangenen Wochenende war ich für ein Arc’teryx Fotoshooting beim Skifahren in St. Anton am Arlberg. Neben dem Kameramann war allerdings noch das Sibirien-Tief Cooper zu Gast und brachte eisige 25 Grad minus mit sich. Tausalz, das bei dieser Kälte auf den Straßen nicht mehr wirkte, tote Automotoren, die keinen Mucks mehr von sich gaben und eingefrorene Finger und Zehen, die beim Auftauen höllisch schmerzten – das waren alles Horror-Geschichten, die ich irgendwann einmal in Verbindung mit Winter und Kälte gehört hatte. Ich musste mir daher etwas einfallen lassen, wie ich Cooper und seiner Kälte in den nächsten Tagen beim Skifahren trotzen konnte…

Noch ist meine Nase beim Skifahren in St. Anton am Arlberg rot - ein gutes Zeichen. (photo by: H. Finkel)Getreu dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ trug ich unter der neuen Arc’teryx Kleiderkollektion, in der ich auf Skiern abgelichtet wurde, drei lange Unterhosen – darunter einen ultrawarmen Frottee-Liebestöter. Obenrum war ich unter einer dick gefütterten Hightech Gore-Tex Jacke noch mit einem Daunenpullover (Füllmenge: 800 Cuin) und zwei Merino-Longsleeves bekleidet. Mein Körper war Coopers eisiger Kälte daher gewappnet. Als Problem stellten sich allerdings die Extremitäten und die frei liegenden Hautstellen heraus: Selbst Daunenfäustlinge und zwei Paar Socken halfen irgendwann nicht mehr. So musste ich gezwungenermaßen gegen Mittag einkehren, da alles Gefühl aus meinem Gesicht, meinen Füßen und meinen Händen gewichen war. Der darauffolgende Schmerz, der sich mit dem Auftauen der angefrorenen Körperteile einstellte, war Fluch und Segen zugleich. Ein Fluch, weil sich das Auftauen des Blutes wie tausend Messerstiche anfühlte. Ein Segen, weil man weiß, dass man keines seiner geliebten Körperteile “verloren” hatte. Ich fand allerdings Möglichkeiten, dass auch meine Finger, Zehen und mein Gesicht den minus 25 Grad trotzen konnten!

  • Einmal-Hand- und Fußwärmer sind sogenannte Aktivkohlewärmer, die etwa sieben Stunden lang chemische Wärme erzeugen. Sie sind in Pflasterform erhältlich und werden einfach auf die Handrücken und Fußsohlen geklebt.
  • Eine komfortable, aber sehr teure Alternative ist eine Skischuh-Heizung in Form von Akku-betriebenen, heizenden Schuhsohlen. Auf Knopfdruck geben die Sohlen auf den ganzen Fuß Wärme ab
  • Kälteschutzcreme aus der Apotheke, die die freiliegende Gesichtshaut vor Erfrierungen schützt
  • Alternativ Kaugummi-Kauen, das trainiert die Kaumuskulatur und fördert die Durchblutung
  • Gegen eine drohende Kältestarre hilft viel Bewegung. Daher öfters einmal mit den Skiern aufsteigen und in den Pausen Gymnastik machen. Das fördert die Durchblutung der Muskulatur und wärmt diese.
  • Aspirin-Tabletten verdünnen das Blut und sorgen so ebenfalls für eine erleichterte Durchblutung bis in die Extremitäten.
  • Für diejenigen unter Euch, die von Haus aus eine etwas dünnere Isolationsschicht auf den Rippen haben, ist fettreiches und kohlehydrathaltiges Essen sehr zu empfehlen. Bei Kälte  benötigt der Körper das Doppelte an Energie.
  • Auch wenn man bei den eisigen Temperaturen keinen Durst verspürt, ist das Trinken trotzdem sehr wichtig: Am besten sind warme Tees mit Zucker!
  • Und wenn alles nichts mehr hilft, dann ist Einkehren natürlich auch erlaubt.

Nur Kälte ist imstande, solche Schneekreationen in den Schnee zu zaubern. (photo by: N. Ohlendorf)Die restliche Zeit war ich daher mit Hand- und Fußwärmer bepflastert, einer dicken Schicht Kälteschutzcreme im Gesicht, Kaugummi-kauend und immer brav für die Kamera lächelnd beim Skifahren unterwegs. Ihr dürft daher gespannt sein, ob ich als eingepacktes Michelin-Männchen mit zum Teil vor Kälte steifen Muskeln auf den Fotos noch eine gute Figur abgegeben habe.

Die Fortsetzung des Arc’teryx Fotoshootings folgt…